Harnsteine bei der Katze

Harnsteine treten bei Katzen in sehr unterschiedlichen Größen auf. Bereits kleinste grießkorngroße Steinchen können zu erheblichen Problemen führen.

Die unteren Harnwege der Katze – Harnblase und Harnröhre – können bei jeder Katze erkranken. Diese Erkrankung wird als Feline Lower Urinary Tract Disease, kurz FLUTD, bezeichnet. Auslöser sind häufig Harnsteine, vor allem Struvit- und Calciumoxalatsteine. Sie entstehen, wenn sich normalerweise gelöste Mineralstoffe zusammenballen. Die Größe kann von sehr klein (Harngrieß) bis hin zu mehreren Zentimetern (Harnsteine) reichen.

 

Symptome bei Harnsteinen

Erkrankte Katzen zeigen dann folgende Symptome, die lebensbedrohlich sein können:

  • Blutiger Urin
  • Häufiger Urinabsatz in kleinen Mengen (Harndrang, tröpfchenweiser Harnabsatz)
  • Unsauberkeit
  • Schmerzäußerungen beim Harnabsatz (Jammern)
  • Kein Harnabsatz
  • Urinieren außerhalb der Katzentoilette
  • Vermehrtes Putzen des Pos
  • Beschwerden beim Wasserlassen (gebeugter Rücken)

 

Welche Harnsteinarten gibt es?

Jede 10. Katze erkrankt bis zu ihrem 10. Lebensjahr an den unteren Harnwegen.
Harnsteine bzw. Harnröhrenpfröpfe sind dabei die häufigsten Ursachen. Sie führen vor allem beim Kater zu Harnröhrenverstopfungen, da seine Harnröhre enger und auch länger als bei der Katze ist. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung lassen sich die Harnsteinarten unterscheiden. Zu den häufigsten Harnsteinen zählen der Struvit- und der Calciumoxalatstein.

Struvitsteine bestehen aus Ammonium, Magnesium und Phosphat. Sie können sowohl als Einzelsteine, als auch zu mehreren vorkommen. Die Bildung der Struvitsteine ist multifaktoriell, d. h. es gibt mehr als eine Ursache. Auch Eigenschaften der Katze spielen eine Rolle:

  • Rasse
  • Geschlecht
  • Ernährung (Mineralstoffe)
  • Übergewicht/Adipositas
  • Alter
  • Kastration
  • Wasseraufnahme
  • Haltung (Wohnungskatze/Freigänger)

Calciumoxalatsteine sind in der Regel klein und treten zu mehreren auf. Sie bestehen aus Calciumoxalat und treten in zwei verschiedenen Formen auf. Häufig sind Katzen im Alter zwischen 7 und 10 Jahren betroffen. Die Bildung der Steine unterliegt einem komplizierten Prozess, an dem die folgenden Faktoren mitverantwortlich sind:

  • Futterzusammensetzung (Elektrolyte, Oxalat)
  • Geringe Urinmenge (hohes spez. Gewicht)
  • Saurer pH-Wert des Urins

 

Wie kommt es zur Harnsteinbildung?

Zwei Hauptfaktoren beeinflussen die Bildung von Harnsteinen bei Katzen. Einerseits ist der pH-Wert des Harns von entscheidender Bedeutung. Zweites müssen bestimmte Mineralstoffe im Harn vorhanden sein. Das Risiko der Struvitsteinbildung nimmt bei einem Harn-pH-Wert von über 6,8 zu, während Calciumoxalatsteine in einem sauren Harn (pH< 6,4) auftreten. Neben dem pH-Wert ist auch der Urinabsatz zu berücksichtigen, der in der Regel in großen Intervallen erfolgt (1 x täglich) und gleichzeitig sehr konzentriert sein kann.

Therapie bei Harnsteinen

Wenn Ihr Tier typische Symptome zeigt, sollten Sie schnellstens zum Tierarzt gehen. Dieser kann dann klären, ob es sich um eine „harmlose“ Harnwegsinfektion handelt oder ob Harnsteine im Spiel sind. Mithilfe eines Ultraschallgeräts und der Untersuchung des Urins kann der Tierarzt teilweise sehr schnell feststellen, ob es sich um Harnsteine handelt und die entsprechende Behandlung beginnen.

Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist die Gabe passender Diätnahrungen, die z.T. einerseits Steine auflösen können und andererseits die Neubildung von Harnsteinen verhindern. Daher ist nach Auflösung (Struvitsteine) bzw. chirurgischer Entfernung (Calciumoxalatsteine) das Füttern einer Diätnahrung unumgänglich.