Kastration bei Katze und Kater

Kastration bei Katze und Kater

Eine Kastration schützt nicht nur vor ungewolltem Nachwuchs, sondern bringt viele Vorteile mit sich.

Wann sind Katzen geschlechtsreif?

Generell ist festzuhalten, dass eine genaue Festlegung unmöglich ist. Denn der Eintritt in die Geschlechtsreife und damit die Möglichkeit, Nachkommen zu zeugen, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen gibt es Unterschiede zwischen Katzen und Katern: Bei Weibchen tritt die Geschlechtsreife etwas früher ein, im Durchschnitt mit sechs bis neun Monaten. Kater sind dagegen erst mit acht bis zehn Monaten geschlechtsreif. Zusätzlich gibt es auch Rasseunterschiede: Abessinier, Siam- und Birmakatzen gelten als frühreif und können bereits mit fünf Monaten geschlechtsreif sein. Bei Langhaarkatzen dauert der Prozess oft deutlich länger und kann sich bis zu einem Jahr hinziehen.

Wie erkenne ich die Geschlechtsreife?

Die Geschlechtsreife macht sich bei Katzen durch Änderungen im Verhalten bemerkbar. Katzen fangen an zu markieren. Sowohl weibliche Katzen als auch Kater setzen an verschiedenen Stellen Urin ab. Durch lautes Miauen und Jammern zeigen Katzen, dass sie paarungsbereit sind. Bei weiblichen Katzen spricht man auch von „Rolligkeit“. Das Wälzen auf dem Boden und ein intensives Reiben an Möbeln oder an Personen sind weitere Anzeichen. Wird die Paarungshaltung eingenommen – die Katze legt den Kopf flach auf den Boden und hebt der Hinterteil in die Höhe- ist die Paarungsbereitschaft auf dem Höhepunkt. Sollten Sie Wohnungskatzen haben, müssen Sie Türen und Fenster geschlossen bzw. gesichert haben. Bei Freilaufkatzen ist es nicht unüblich, dass ihre Streifzüge länger andauern und sie durch Revierkämpfe mit Schrammen nach Hause kommen. Außerdem ist es nicht ungewöhnlich, wenn die Katzen plötzlich weniger Appetit haben und rastlos wirken.

Sollten Katzen kastriert werden?

Wenn Sie nicht züchten möchten und eine Freilaufkatze besitzen, sollten Sie diese kastrieren lassen. In manchen Gemeinden ist dies sogar gesetzlich vorgeschrieben, um die unkontrollierte Vermehrung von Katzen einzudämmen. Informieren Sie sich über die Vorschriften in Ihrem Heimatort. Auch wenn es keine Verpflichtung gibt, ist eine Kastration - in Absprache mit ihrem Tierarzt - immer zu empfehlen, da sie viele Vorteile mit sich bringt. Für eine Kastration spricht eine deutlich höhere Lebenserwartung. Durch ein geringes Infektionsrisiko bei Konkurrenzkämpfen bzw. dem Deckakt werden kastrierte Katze doppelt so alt wie unkastrierte. Außerdem muss man mit der Übertragung von „Katzen-Aids“, Leukämie oder Katzenseuche rechnen. Zusätzlich ist das Unfallrisiko von unkastrierten Katzen höher, da ihre Streifzüge länger ausfallen und sie mitunter „blindlings“ einer Spur folgen.

 

Vorteile hat eine Kastration nicht nur für die Katzen, sondern auch für den Halter. Zwar ist Nachwuchs schön, doch die Tierheime sind voll und dementsprechend sollten Katzenbabys nur geplant werden, wenn es entsprechende Abnehmer gibt. Besonders bei Freigängern sollte an die Kastration gedacht werden, da sonst leicht zweimal im Jahr Katzenwelpen zur Welt kommen können.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Kastration?

Sobald Sie bei Ihrer jungen Katze auffällige Verhaltensänderungen feststellen, wird es Zeit für einen Tierarztbesuch. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die erste Geschlechtsreife ansteht. Der Termin sollte aber individuell mit dem Tierarzt abgesprochen werden, denn den perfekten Moment gibt es nicht.

Kastration oder Sterilisation

Interessanterweise hält sich bis heute das Gerücht, dass eine Katze sterilisiert und ein Kater kastriert wird. Das ist jedoch falsch. Es handelt sich dabei – geschlechtsunabhängig – um zwei unterschiedliche chirurgische Eingriffe. Bei einer Sterilisation kommt es lediglich zu einer Unterbindung der Eileiter bzw. Unterbrechung der Samenleiter. Am Zyklus und dem Verhalten der Tiere ändert sich nichts. Sie sind lediglich unfruchtbar.

In Tierpraxen wird üblich die Kastration durchgeführt, bei der die Eierstöcke bzw. Hoden entfernt werden. Dieser Eingriff ist zwar umfangreicher, aber Standard. Der eindeutige Vorteil einer Katration gegenüber einer Sterilisation ist, dass Katzen – mit sämtlichen damit verbundenen Begleiterscheinungen – nicht mehr rollig werden und Kater das Markieren einstellen.

Was ist nach einer Kastration zu beachten?

Eine Kastration wird in Vollnarkose durchgeführt. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wann Sie Ihre Katze wieder abholen dürfen und was Sie zuhause beachten müssen. In den ersten Stunden nach der Kastration ist vor allem Ruhe wichtig. Das Tragen eines Halskragens oder Body ist durchaus möglich. In der Regel möchte der Tierarzt zwei bis drei Tage nach der Operation die Wunde kontrollieren. Nach 10 Tagen ist die Wunde geheilt und die Fäden haben sich aufgelöst oder werden gezogen.

Die Ernährung nach einer Kastration

Nach einer Kastration entwickeln Katzer und Katzen einen größeren Appetit. Leider sinkt nach der Operation auch der Energiebedarf, da sich der Hormonhaushalt verändert. Denn nach der Kastration werden keine Sexualhormone mehr produziert, Kater gehen nicht mehr auf „Brautschau“ und weibliche Katzen werden ruhiger. Daher sollte nach der Kastration das Gewicht kontrolliert werden und die Futtermengen exakt portioniert werden. Frisst Ihre Katze weiterhin die gewohnte Menge, kann Ihre Katze zunehmen. 

Das könnte Sie auch interessieren