Fellwechsel

FELLWECHSEL BEI DER KATZE

Zweimal im Jahr findet bei Katzen der Fellwechsel statt. Hierbei sollten Katzenhalter ihr Tier unterstützen.

Wozu dient der Fellwechsel?

Wenn es draußen kalt ist, ziehen wir uns eine warme Jacke an. Herrschen dagegen Temperaturen von über 30 Grad, sind wir froh um jedes Kleidungsstück, das wir ablegen können. Nicht anders ergeht es unseren Katzen: Im Herbst streifen sie ihr dünnes Sommerfell ab und legen sich ein Winterfell zu. Geht der Winter wieder zur Neige, beginnt die Prozedur des Fellwechsels erneut und sie verlieren ihr Winterfell. Das ist für jeden Katzenbesitzer eine schwierige Zeit, denn abertausende von Haaren verteilen sich in der gesamten Wohnung.

 

Haben alle Katzen einen Fellwechsel?

Der Fellwechsel findet nicht bei jeder Katze im gleichen Ausmaß statt. Wild lebende Katzen bzw. Katzen mit regelmäßigem Freigang besitzen einen deutlich ausgeprägteren Fellwechsel als Wohnungskatzen. Zwei Punkte beeinflussen die Intensität des Fellwechsels. Der Beginn des Fellwechsels wird durch die Tageslichtlänge beeinflusst. Für Freigänger erschließt sich das täglich aufs Neue, Wohnungskatzen bekommen die Tageslänge dagegen nur bedingt mit, da sofort das Licht eingeschaltet wird, wenn es draußen dunkel wird. Der zweite Grund für den Fellwechsel sind die Außentemperaturen. Für Wohnungskatzen spielen diese kaum eine Rolle, höchstens, wenn sie gelegentliche Ausflüge auf einen Balkon unternehmen. Ist ihnen zu kalt, ziehen sie sich schnell wieder ins Warme zurück. Katzen, die auf ausgedehnte Touren durch ihr Revier dagegen nicht verzichten möchten, bekommen sowohl kalte wie auch heiße Temperaturen deutlich zu spüren und reagieren darauf mit einer Anpassung ihres Fells. Sie unterliegen grundsätzlich am stärksten dem Fellwechsel, während viele Wohnungskatzen fast das ganze Jahr über haaren und im Frühjahr und Herbst lediglich eine leichte Steigerung erkennen lassen.

Wie funktioniert der Fellwechsel?

Im Herbst wird das Fell dichter und länger, um die Katze vor Kälte zu schützen, während im Frühjahr das Deckhaar kürzer wird und die Katze ihre dichten Wollhaare verliert. Der Fellwechsel der Katze dauert ungefähr 6-8 Wochen. 

Beim Fellwechsel muss jedes Mal wieder Platz für das neue Fell geschaffen werden, weshalb die alten Haare ausfallen. Dort bildet sich dann jeweils ein neues Haarwurzel, das Haar wächst und wird mit Nährstoffen versorgt. Hat es eine bestimmte Länge erreicht, wird das Wachstum eingestellt. Es folgt ein Übergangsstadium und die sogenannte Ruhephase, in der das Haar keine Nährstoffe mehr erhält, aber noch immer fest verankert ist. Langsam stirbt es ab und fällt schließlich aus, wodurch der Kreislauf von vorn beginnen kann.

 

Gefahren beim Fellwechsel der Katze

Üblicherweise regelt sich der Fellwechsel ganz von selbst. Aber eine Selbstverständlichkeit ist dies nicht! Vor allem bei Langhaarkatzen besteht die Gefahr, dass sie beim Putzen eine zu große Anzahl von Haaren verschlucken und es zu einer Magenschleimhautentzündung oder gar einem Darmverschluss kommen könnte. Um diese Gefahr in den Griff zu bekommen, würgen viele Katzen regelmäßig unverdaute Haarballen wieder aus.

Unterstützung beim Fellwechsel

Katzen verbringen bekanntlich sehr viel Zeit mit der Fellpflege. Während sie ihr Fell ablecken, putzen sie es aber nicht nur, sondern feine Wiederhaken auf der Zunge sorgen dafür, dass lose Haare entfernt werden und dort hängen bleiben. Anschließend werden sie unweigerlich verschluckt. Um die Menge möglichst gering zu halten, sollten Katzen unbedingt bei der Fellpflege unterstützt werden. Ganz besonders gilt dies für langhaarige Wohnungskatzen. Im Gegensatz zu Freigängern streifen sie nicht durchs hohe Gras oder Gebüsch, wodurch die Katze eine gewisse Menge an Haaren verliert. Zudem verfügen sie zwar grundsätzlich nicht über eine höhere Anzahl, aber aufgrund der Länge über deutlich mehr Masse an Haaren. Dementsprechend sollten Langhaarkatzen am besten täglich gekämmt bzw. gebürstet werden. 

 

Die Katze richtig bürsten

Gebürstet wird immer in Wuchsrichtung des Fells. In entgegengesetzter Richtung könnte es der Katze unangenehm sein. Am besten starten Sie am Kopf. Je nach Fellstruktur der Katze ist es möglicherweise sinnvoll, verschiedene Kämme oder Bürsten zu verwenden, um sowohl die Unterwolle als auch das Deckhaar optimal zu pflegen. Vor allem bei einem dünnen Fell empfiehlt es sich, Kämme oder Bürsten zu verwenden, die nicht zu „scharf“ sind, sondern über abgerundete Spitzen verfügen. Für Kurzhaarkatzen gibt es dann immer noch die Möglichkeit, lediglich einen Fellpflegehandschuh zu verwenden. Bei Langhaarkatzen genügt dies nicht: Sie sollten deshalb von frühester Kindheit an die Fellpflege durch den Menschen gewöhnt werden, damit dies zu einem völlig normalen Ritual wird.

Egal, wieviel man seine Katze beim Fellwechsel unterstützt – dennoch werden besonders während des Fellwechsels unzählige Katzenhaare in der Wohnung verteilt. Hier hilft nur regelmäßiges Saugen. Hilfreich kann ein spezieller Aufsatz mit rotierender Bürste sein, der die Haare vom Boden besser aufnimmt. Auch eine hohe Saugleistung ist von Vorteil. Zudem kommen bei vielen Katzenhaltern Fusselbürsten zum Einsatz, um zum Beispiel Kleidungsstücke von Tierhaaren zu befreien. Diesbezüglich helfen auch Klebebürsten bzw. der Einsatz von Klebeband, welches um die Hand gewickelt wird. Schlussendlich braucht es aber vor allem eins – Geduld – denn in ein paar Wochen ist der Spuk zum Glück überstanden.